Fairnesss und Demokratie

In einer Demokratie wird mehrheitlich entschieden.  –  Ist das immer fair?  Oder Unfair?

Nehmen wir ein Beispiel einer kleinen demokratischen Einheit, eine Schulklasse mit 29 Schülern und Schülerinnen.
Ein Sportlehrer lässt seine Klasse in der Sportstunde darüber abstimmen, ob Fußball oder Handball gespielt werden soll.
Die Abstimmung ergibt 15 Stimmen für Fußball und 14 Stimmen für Handball. Nach der demokratischen Regel (Mehrheitswillen) wird Fußball gespielt.   Ist das Fair?  Antwort: ja!

In der nächsten Sportstunde lässt der Sportlehrer wieder abstimmen, mit dem gleichen Ergebnis. Nach der demokratischen Regel wird Fußball gespielt.   Ist das Fair?  Antwort: ja!

In der nächsten Sportstunde das Gleiche.   Ist das Fair? Antwort: nein!

 

Fairness umfasst auch den Schutz von Minderheiten.  Zwar ist die Mehrheit jedes mal für Fußballspielen, aber nach vielen Fußballspielen stellt sich die Frage, wann denn die Minderheit, immerhin 14/29 oder rund 48% auch mal zum Zuge kommen.
Richtig ist sicher, dass nach der ersten Abstimmung -zum gleichen Thema- nach dem Willen der Mehrheit verfahren wird.
Liegen Mehrheit und Minderheit nicht weit auseinander (in diesem Beispiel etwa 3%) , sollte bei weiteren Abstimmungen -zum gleichen Thema- auch mal nach dem Willen der Minderheit verfahren werden, also könnte nach jeder Sportstunde zwischen Fußball und Handball gewechselt werden.   –   Das wäre eine faire Lösung.

 

Wenn sich andere Mehrheiten gebildet hätten, beispielweise 19 Stimmen für Fußball und 10 Stimmen für Handball, wäre eine faire Lösung (zum Schutz der Minderheit), wenn nach dem Verhältnis der Stimmen gespielt würde. 19 von 29 sind etwa 66%, also rund 2/3.   10 von 29 sind etwa 31%, also rund 1/3.  Wenn also zweimal hintereinander Fußball gespielt würde und dann einmal Handball wären alle Stimmen fair berücksichtigt.

Das Beispiel lässt sich nicht ohne weiteres auf andere Situationen übertragen. Üblicherweise wird über ein Thema nur einmal abgestimmt.

Hier ging es aber darum, aufzuzeigen, dass bei Abstimmungen (und auch bei der Gesetzgebung) aus Fairness an mögliche Minderheiten gedacht werden sollte.

Schützt auch Minderheiten (was im Tierschutz eine Selbstverständlichkeit ist).

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