Luftreinhaltung im Tunnel

Deutschland, seine Länder, Bezirke, Landreise und Städte haben sich ein hohes Ziel bei der Verbesserung der Luftqualität gesetzt. Dies wirkt sich im Wesentlichen durch Vorgaben bei den Emissionen aus und führt zum Beispiel bei den Verbrauchern dazu, dass Filter -etwa bei Autos- einzubauen und zu warten sind.

Zur Minderung der Luftverschmutzung verhängen einige Städte generelle Fahrverbote für PKW, die einer bestimmten Schadstoffgruppe angehören. Keine Berechtigung zum Befahren bestimmter Stadtgebiete haben dann oft Fahrzeuge, die der Schadstoffgruppe 2 oder 3 angehören.
Derzeit beginnt (in Stuttgart) der Versuch, dieselgetriebene Pkw ganz aus den Städten zu verbannen.
Bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte erfolgen Bekanntmachungen, dass PKW-Fahrten ins Stadtgebiet möglichst zu unterlassen sind, Fenster und Türen sollen geschlossen bleiben.

Das alles sind verwaltungsmäßige Ansätze und Tätigkeiten.
Wie könnten Städte, Landkreise und andere Behörden für den Verkehr mehr aktiv werden, um die Luftreinhaltung zu unterstützen?

Wie könnte auch die öffentlich Verwaltung in fairer Weise in ihren Bereichen an der Luftreinhaltung mitwirken?

Eine Möglichkeit wäre die Luftfilterung im Autotunnel.

Bei Tunneln ab einer bestimmten Länge, beispielsweise  ab 400 Metern, könnte am Tunnelausgang ein Ventilator angebracht sein, der die von den Autos bereits dahin geschobene Luft ansaugt, filtert und ins Freie bläst.

Die Regelung für den Betrieb der Abluftabsaugung könnte verschiedene Parameter berücksichtigen:
Verkehrsdichte, -geschwindigkeit, -menge, Staubbelastung im Tunnel oder im angrenzenden Gebiet, Zeitzonen, Grenzwerte und andere.

Auf diese Weise kann eine Reduzierung der erzeugten Schadstoffe da erfolgen, wo diese konzentriert auftreten und somit wirkungsvoll erfasst und gefiltert werden können.

Eine solche Maßnahme ist auch aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll, insbesondere bei zähflüssigem Verkehr (im Berufsverkehr) oder im Stau. Der Tunnelbetreiber ist hier in der Pflicht, gesundheitliche Schäden von den Tunnelnutzern abzuwenden.

Da die Kosten für Bau und Betrieb der Tunnel werden ohnehin von den Steuerzahlern getragen. Die bezahlen ja jetzt schon für eine erhöhtet Verkehrssicherheit (z.B. durch getrennte Tunnelröhren für jede Fahrtrichtung) und für Brandschutzmaßnahmen (Überwachung auf Rauch, Fluchttüren, Alarmierungssysteme). Die Abluftfilterung könnte täglich verwendet werden und hätte damit einen größeren Nutzen als die -hoffentlich nie zu Einsatz kommenden- Brandschutzmaßnahmen.

Diese Maßnahme ist eine faire Lösung, da zentrale Schmutzerfassungen und -beseitigungen sinnvoll sind und gleichzeitig weitere Belange des Gesundheitsschutzes erfasst werden.

Ein Wort noch zu den Betriebskosten: vermutlich neigen viele Menschen dazu, die Betriebskosten der Abluftfilteranlagen als hoch oder zu hoch anzusehen.

Beurteilen kann man das sinnvoll erst dann, wenn die Kosten tatsächlich untersucht worden sind und dann mit den Kosten für Bau und Betrieb des Tunnels, der Verkehrssicherheit (durch zwei getrennte Röhren) und des Brandschutzes verglichen werden. Ein weiterer sinnvoller Vergleich wäre die Menge des Filtrats aus dem Abluftfilter mit den Kosten anderer Maßnahmen und der dort erfassten Menge der Filtrate (Rußpartikelfilter in Dieselfahrzeugen, Abluft in Gewerbe und Industrie).
Wir sind ja in der Umwelttechnologie schon sehr weit gekommen; das bedeutet auch, dass für ein kleines Mehr an Verbesserung jetzt mehr Geld in die Hand genommen werden muss als bei den ersten Schritten auf dem Weg der Umweltverbesserung.

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